MAKE OR BUY
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... M wie Entscheidungsfindung MAKE OR BUY Outsourcing

MAKE OR BUY

Jedes Unternehmen steht irgendwann vor der Frage: Sollen wir selbst produzieren oder eine externe Lösung einkaufen? Diese Entscheidung – bekannt als Make-or-Buy-Analyse – betrifft nicht nur die Kosten, sondern auch Qualität, Flexibilität und strategische Unabhängigkeit. Eine falsche Entscheidung kann zu Abhängigkeiten, ineffizienten Prozessen oder unnötigen Investitionen führen.

Eigenproduktion:
Mehr Kontrolle, höhere Fixkosten


Unternehmen, die sich für Eigenproduktion entscheiden, behalten die volle Kontrolle über Qualität, Prozesse und Technologie. Das erlaubt schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen und schützt sensible Daten oder Kerntechnologien. Allerdings entstehen hohe Fixkosten – durch Maschinen, Personal und Infrastruktur – die sich nur bei ausreichender Auslastung rechnen.

Beispiel: In der Automobilindustrie produzieren Hersteller Schlüsselkomponenten wie Batterien oder Motoren selbst, um Wettbewerbsvorteile zu sichern. Andere, weniger kritische Teile werden oft zugekauft.

Fremdbeschaffung:
Kosteneffizienz, aber Abhängigkeiten


Fremdbeschaffung spart Investitionen und reduziert Risiken – vor allem bei schwankender Nachfrage. Die Kosten sind variabel, Unternehmen zahlen nur bei tatsächlichem Bedarf. Das ermöglicht mehr Flexibilität und Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen. Gleichzeitig besteht Abhängigkeit von Lieferanten, was Risiken bei Qualität, Preisen und Lieferzeiten mit sich bringt.

Beispiel: In der IT-Branche entwickeln große Konzerne wie Google eigene Softwarelösungen. Kleinere Firmen setzen dagegen oft auf Standardlösungen etablierter Anbieter wie Microsoft oder SAP.

Wie trifft man
die richtige Entscheidung?


Die Entscheidung hängt vom konkreten Kontext ab. Hilfreiche Fragen sind:

  • Wie wichtig ist Kontrolle über Qualität und Prozesse?
  • Sind die langfristigen Kosten der Eigenproduktion tragbar?
  • Wie hoch ist das Risiko einer Abhängigkeit von Lieferanten?
  • Kann ein externer Anbieter vergleichbare oder bessere Leistungen erbringen?
  • Wie flexibel muss die Lösung sein?

Typische Fehler
und wie du sie vermeidest


  • Nur auf aktuelle Kosten schauen: Kurzfristige Einsparungen können langfristige Risiken bergen.
  • Eigene Kompetenzen überschätzen: Wer versucht, alles selbst zu machen, verzettelt sich oft.

Praxisbeispiel:
Batterieproduktion in der Automobilbranche


Tesla setzt auf Eigenproduktion und baut Gigafactories für Batterien, um Technologiehoheit zu sichern. BMW und VW hingegen beziehen Batterien von Zulieferern wie CATL oder LG – sie sparen Entwicklungskosten, machen sich aber abhängig. Beide Strategien haben Vor- und Nachteile und spiegeln unterschiedliche Prioritäten wider.

Fazit:
Make-or-Buy als Teil der Gesamtstrategie


Die Frage „selber machen oder einkaufen?“ ist mehr als eine Rechenaufgabe – sie betrifft die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Eigenproduktion bietet Kontrolle und Unabhängigkeit, Fremdbeschaffung bringt Effizienz und Flexibilität. Wer Make-or-Buy klug abwägt, stärkt seine Wettbewerbsposition und reduziert operative Risiken.

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