Wenn Teams nach innovativen Lösungen suchen, ist Brainstorming oft die erste Methode, die ihnen einfällt. Doch warum funktioniert es manchmal großartig und manchmal gar nicht? Der Begriff stammt von dem US-Werbefachmann Alex Osborn, der in den 1940er-Jahren erkannte, dass klassische Meetings kreative Ideen oft eher blockieren als fördern. Sein Konzept: Ideen sammeln, ohne sie direkt zu bewerten oder zu kritisieren.
Wie funktioniert
Brainstorming richtig?
Viele denken, dass Brainstorming einfach bedeutet, möglichst viele Ideen in den Raum zu werfen. Doch ohne Struktur kann es schnell chaotisch oder ineffektiv werden. Damit es funktioniert, gelten vier Grundprinzipien:
- Quantität vor Qualität: Je mehr Ideen, desto besser. Erst später wird ausgewählt, welche praktikabel sind.
- Keine Kritik oder Bewertung: Jede Idee zählt – egal wie absurd sie klingt.
- Freies Assoziieren: Ideen dürfen aufeinander aufbauen oder erweitert werden.
- Unkonventionelles Denken fördern: Verrückte Ideen sind ausdrücklich erwünscht.
Der Prozess beginnt mit einer klaren Fragestellung. Anschließend sammeln die Teilnehmenden in einer definierten Zeit möglichst viele Ideen – gesprochen oder schriftlich. Erst danach folgt die Auswahl und Bewertung.
Warum
Brainstorming manchmal scheitert
Ein häufiges Problem: Ideen werden zu früh bewertet. Schon ein Kommentar wie „Das ist unrealistisch“ kann die Kreativität ersticken. Auch Hierarchien oder dominante Persönlichkeiten hemmen oft die Offenheit im Team.
Ein weiterer Stolperstein ist mangelnde Vorbereitung. Ohne klare Fragestellung oder feste Struktur verlaufen Brainstorming-Sitzungen schnell ins Leere.
Alternativen und Varianten
- Brainwriting: Ideen werden zunächst still und schriftlich gesammelt – ideal für introvertierte Teammitglieder.
- 6-3-5-Methode: Sechs Personen schreiben drei Ideen auf und reichen das Blatt weiter – so entstehen bis zu 108 Ideen.
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Reverse Brainstorming: Man fragt gezielt: „Wie könnten wir das Problem verschlimmern?“ – und kehrt die Antworten in Lösungen um.
Praxisbeispiel:
Produktentwicklung
Ein Unternehmen sucht eine neue Marketingstrategie für ein Produkt. Statt sich auf bekannte Muster zu stützen, startet es ein Brainstorming. In Phase eins werden Ideen ohne Bewertung gesammelt – von klassischen Werbekanälen bis hin zu ungewöhnlichen Event-Ideen. Danach werden die besten Ansätze kombiniert. Das Ergebnis: eine überraschende Kampagne, die intern und extern begeistert.
Fazit:
Erst sammeln, dann bewerten
Richtig angewendet, ist Brainstorming ein starkes Werkzeug. Entscheidend ist, dass die Ideenfindung klar von der Bewertung getrennt wird. Nur so entsteht ein kreatives Klima, in dem neue Perspektiven sichtbar werden – und echte Innovationen möglich sind.