AMBIDEXTRIE
AMBIDEXTRIE
... A wie AMBIDEXTRIE Effizienzsteigerung Innovation Unternehmensstrategie

AMBIDEXTRIE

Ambidextrie – abgeleitet vom Lateinischen für „Beidhändigkeit“ – beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, zwei scheinbar gegensätzliche Ziele gleichzeitig zu verfolgen: die effiziente Nutzung bestehender Strukturen (Exploitation) und die gleichzeitige Erkundung neuer Möglichkeiten (Exploration). Es geht also darum, heute erfolgreich zu sein – und sich gleichzeitig auf morgen vorzubereiten.

Während die eine Seite auf Stabilität, Prozesse und Kosteneffizienz setzt, steht die andere für Kreativität, Innovation und mutige Experimente. Ambidextrie versucht nicht, zwischen diesen Polen zu wählen – sondern beide gezielt auszubalancieren.


Warum ist
Ambidextrie so wichtig?


Viele Unternehmen scheitern daran, entweder zu stark auf das Altbewährte zu setzen – oder sich in zu vielen Innovationen zu verlieren. Ambidextrie hilft, diese Einseitigkeit zu vermeiden. Gerade in Zeiten schnellen Wandels brauchen Organisationen beides: eine verlässliche operative Basis und gleichzeitig die Fähigkeit, sich laufend neu zu erfinden.

Studien zeigen, dass besonders erfolgreiche Unternehmen eine ambidextre Kultur pflegen – und Führungskräfte benötigen das Gespür, wann Stabilität notwendig ist und wann Raum für Neues entstehen muss.

Wie funktioniert
Ambidextrie in der Praxis?


Es gibt drei zentrale Ansätze:

  • Strukturelle Ambidextrie: Bestehende und neue Geschäftsfelder werden organisatorisch getrennt – z. B. durch separate Teams oder Tochtergesellschaften.
  • Kontextuelle Ambidextrie: Mitarbeitende entscheiden je nach Aufgabe selbst, ob sie effizient oder experimentell arbeiten – unterstützt durch eine entsprechende Unternehmenskultur.
  • Sequentielle Ambidextrie: Unternehmen wechseln phasenweise zwischen Exploitation und Exploration – je nach Marktlage oder Entwicklungsstand.

Wichtig ist, dass die Übergänge nicht starr, sondern flexibel und dynamisch gestaltet werden. Ambidextrie ist kein Entweder-oder, sondern ein ständiges Austarieren zwischen beiden Welten.

Praxisbeispiel:
Ambidextrie in einem
Industrieunternehmen


Ein Maschinenbauunternehmen arbeitet seit Jahrzehnten profitabel mit standardisierten Produkten. Gleichzeitig will es neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Die Lösung: Das Kerngeschäft bleibt in klassischen Strukturen organisiert, während ein internes Innovationsteam agil an neuen Lösungen arbeitet – losgelöst vom Tagesgeschäft, aber mit klarer Anbindung an die Unternehmensstrategie.

Warum Ambidextrie
zum Überlebensprinzip wird


Der technologische Wandel, neue Wettbewerber und sich verändernde Kundenbedürfnisse zwingen Unternehmen, beweglich zu bleiben. Ambidextrie ist dabei kein theoretisches Modell – sondern eine zentrale Fähigkeit, um langfristig erfolgreich zu sein. Wer effizient arbeitet und gleichzeitig mutig Neues ausprobiert, bleibt innovativ, anpassungsfähig und wettbewerbsfähig.

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