Das Konflikt-Grid – auch bekannt als Managerial Grid – wurde von Robert R. Blake und Jane Mouton entwickelt und beschreibt fünf Grundhaltungen im Umgang mit Konflikten. Das Modell veranschaulicht, wie stark sich jemand an den Interessen der eigenen Person und an denen der anderen orientiert. Auf einer Skala von 1 bis 9 wird dabei das jeweilige Gewicht beider Dimensionen dargestellt.
Ziel des Modells ist es, typische Konfliktverhaltensweisen sichtbar zu machen und geeignete Handlungsstrategien zu entwickeln. Gerade in der Team- und Führungsarbeit bietet es eine wertvolle Grundlage zur Reflexion des eigenen Konfliktstils.
Die fünf
Konfliktstile im Überblick
Das Grid unterscheidet fünf grundlegende Konfliktlösungsansätze – je nachdem, wie stark eigene Interessen und die Interessen anderer berücksichtigt werden:
- Vermeiden (1,1): Geringe Beachtung beider Seiten. Konflikte werden ignoriert oder ausgesessen. Kurzfristig konfliktarm, aber oft folgenlos.
- Nachgeben (1,9): Starke Orientierung am Gegenüber, eigene Interessen werden zurückgestellt. Häufig aus Harmoniebedürfnis.
- Durchsetzen (9,1): Eigene Interessen dominieren. Ziel ist der Sieg, oft auf Kosten der Beziehung.
- Kompromiss (5,5): Mittelweg mit Zugeständnissen auf beiden Seiten. Fair, aber meist keine optimale Lösung.
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Kooperation (9,9): Beide Seiten werden ernst genommen. Ziel ist eine Win-Win-Lösung durch offene Kommunikation und Zusammenarbeit.
Warum ist das
Modell so hilfreich?
Das Konflikt-Grid bietet einen strukturierten Blick auf das eigene Verhalten in schwierigen Situationen. Es hilft, unbewusste Muster zu erkennen und gezielt alternative Handlungsweisen zu entwickeln. Gerade Führungskräfte profitieren von einem bewussten Umgang mit Konflikten – nicht jeder Konflikt muss sofort gelöst werden, aber jeder verdient eine überlegte Strategie.
Praxisbeispiel:
Konflikt im Projektteam
In einem Projekt kommt es zu Spannungen zwischen zwei Fachabteilungen. Eine Führungskraft erkennt, dass sich beide Seiten bisher im Modus „Durchsetzen“ (9,1) befinden – mit steigender Eskalation. Sie schlägt einen moderierten Workshop vor, um eine kooperative Lösung (9,9) zu ermöglichen. Die Parteien formulieren ihre Interessen und finden gemeinsam eine tragfähige Einigung. Das Ergebnis: verbesserte Zusammenarbeit und nachhaltige Konfliktbewältigung.
Warum das
Konflikt-Grid mehr als nur ein Modell ist
Konflikte lassen sich nicht immer vermeiden – aber sie lassen sich konstruktiv gestalten. Das Grid von Blake & Mouton zeigt, dass der Umgang mit Konflikten nicht zufällig ist, sondern eine bewusste Entscheidung. Wer den eigenen Stil kennt, kann gezielter kommunizieren, Eskalationen vermeiden und zu tragfähigen Lösungen beitragen.