Du sitzt mit deinem Team im Meeting. Die Aufgabe: neue Ideen für ein Projekt finden. Eigentlich wollt ihr brainstormen, doch es reden immer dieselben, andere schweigen, die Luft bleibt dünn. Kommt dir das bekannt vor? Genau hier bietet Brainwriting eine clevere Alternative. Diese Kreativtechnik bringt auch leise Stimmen zum Klingen – schriftlich statt laut, strukturiert statt chaotisch.
Brainwriting ist eine Methode, bei der Ideen nicht laut ausgesprochen, sondern still und gleichzeitig schriftlich festgehalten werden. Dadurch entstehen oft mehr und vor allem originellere Beiträge – ohne Gruppendruck oder Rededominanz.
Wie funktioniert
Brainwriting?
Eine der bekanntesten Varianten ist die 6-3-5-Methode. Und so läuft sie ab:
- 6 Personen nehmen teil.
- Jede Person schreibt 3 Ideen auf ein Blatt.
- Nach 5 Minuten wird das Blatt weitergereicht – die nächste Person ergänzt oder entwickelt weiter.
So entstehen in 30 Minuten bis zu 108 Ideen – ohne ein einziges Wort laut gesagt zu haben. Das Schöne daran: Niemand wird unterbrochen, keine Idee geht verloren, und alle beteiligen sich auf Augenhöhe.
Warum ist
Brainwriting so wirksam?
Im Gegensatz zum klassischen Brainstorming bietet Brainwriting gleich mehrere Vorteile:
- Leise und introvertierte Teammitglieder bringen sich aktiver ein.
- Ideen werden nicht bewertet oder unterbrochen – das senkt die Hemmschwelle.
- Die schriftliche Form verhindert Denkblockaden durch Gruppendruck.
- Alle Teilnehmenden arbeiten gleichzeitig – das spart Zeit.
Besonders in Teams mit unterschiedlichem Temperament oder kultureller Vielfalt sorgt Brainwriting für mehr Gleichgewicht und Vielfalt in der Ideensammlung.
So gelingt
Brainwriting in der Praxis
Damit Brainwriting wirklich produktiv wird, solltest du ein paar Dinge beachten:
- Formuliere die Fragestellung klar und zielgerichtet.
- Schaffe eine entspannte, bewertungsfreie Atmosphäre.
- Sorge für einen klaren Ablauf – analog oder digital.
- Werte die Ergebnisse im Anschluss strukturiert aus – idealerweise gemeinsam.
Und: Nicht alle müssen gleich viel schreiben. Qualität vor Quantität – das Ziel sind Impulse, nicht perfekte Lösungen.
Ein Beispiel
aus dem Arbeitsalltag
Dein Unternehmen möchte neue Ideen für eine Social-Media-Kampagne entwickeln. Statt klassischem Brainstorming nutzt ihr Brainwriting. Sechs Kolleginnen und Kollegen notieren unabhängig voneinander drei Ideen. In mehreren Runden werden die Ansätze ergänzt. Am Ende habt ihr nicht nur mehr als hundert Impulse – sondern auch deutlich kreativere Vorschläge, weil jede und jeder ungestört denken konnte. Das Team fühlt sich eingebunden, die Stimmung ist motiviert – und das Ergebnis überzeugt.
Warum
Brainwriting dein
Team voranbringt
Brainwriting nutzt die kollektive Intelligenz deines Teams effizienter als viele andere Methoden. Es sorgt für Beteiligung, fördert kreative Vielfalt und schafft eine offene Atmosphäre – gerade für leise Stimmen. Eine einfache Methode mit großer Wirkung – besonders dann, wenn es auf viele gute Ideen ankommt.