Kennst du das Gefühl, dass Gespräche im Job manchmal völlig schieflaufen, obwohl du eigentlich alles richtig machen wolltest? Du sagst etwas ganz harmlos Gemeintes, aber dein Gegenüber reagiert plötzlich empfindlich oder sogar gereizt. Genau diese typischen Kommunikationsprobleme hat der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick beschrieben – und daraus fünf grundlegende Prinzipien abgeleitet: die sogenannten Axiome der Kommunikation.
Einfach gesagt, erklären diese fünf Axiome, warum Kommunikation zwischen Menschen manchmal gelingt – und manchmal gründlich schiefgeht. Wenn du sie verstehst und anwendest, kannst du besser kommunizieren, Konflikte vermeiden und entspannter mit anderen zusammenarbeiten.
Die fünf Axiome
nach Watzlawick
1. Man kann nicht nicht kommunizieren
Selbst wenn du nichts sagst, kommunizierst du – durch Gestik, Mimik, Körpersprache oder Schweigen. Beispiel: Wenn du auf eine E-Mail nicht antwortest, sendest du möglicherweise die Botschaft „Das ist mir nicht wichtig“, auch wenn du es gar nicht so meinst.
2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
Was du sagst (Inhalt) ist oft weniger entscheidend als die Art, wie du es sagst (Beziehung). Beispiel: „Schick mir bitte die Unterlagen“ klingt neutral – mit einem genervten Tonfall jedoch wie ein Vorwurf.
3. Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung (Interpunktion)
Jeder sieht sich selbst oft als Reagierenden, nicht als Auslöser. Das führt zu Streit, weil niemand Verantwortung übernehmen will. Beispiel: Du findest deinen Kollegen unhöflich, weil er laut wird – er wiederum meint, er sei nur laut geworden, weil du ihn ignoriert hast.
4. Menschliche Kommunikation ist digital und analog
Kommunikation geschieht über Worte (digital) und Körpersprache (analog). Beispiel: Du lobst jemanden, schaust aber gelangweilt auf dein Handy – das Lob wirkt unglaubwürdig.
5. Kommunikation verläuft entweder symmetrisch oder komplementär
Symmetrisch bedeutet Austausch auf Augenhöhe. Komplementär heißt: Eine Person führt, die andere folgt. Problematisch wird es, wenn Rollen unklar oder unausgewogen sind – etwa wenn ein Chef Klarheit schaffen will, sein Verhalten aber als Dominanz empfunden wird.
Warum helfen
dir diese Axiome
im Berufsalltag?
Watzlawicks Axiome helfen dir, Kommunikationsprobleme besser zu erkennen und zu vermeiden. Du lernst, bewusster auf Beziehungsebene und Körpersprache zu achten – gerade im stressigen Berufsalltag ein echter Vorteil.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Du leitest ein Projektteam und gibst konstruktives Feedback. Deine Worte sind freundlich, doch deine Körpersprache wirkt genervt. Der Kollege fühlt sich angegriffen – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen deiner Haltung. Mit dem Wissen um das zweite und vierte Axiom hättest du deine Körpersprache bewusst angepasst – und dein Feedback wäre besser angekommen.
Typische Fehler,
die du vermeiden solltest
- Du konzentrierst dich nur auf den Inhalt und vergisst die Beziehungsebene.
- Du unterschätzt deine Körpersprache oder deinen Tonfall.
- Du meidest Konflikte – und schaffst dadurch Raum für Missverständnisse.
Stattdessen solltest du regelmäßig reflektieren, wie du wirkst – und bewusst kommunizieren. Achte auf deine Wortwahl, deine Körpersprache und darauf, wie deine Botschaften beim Gegenüber ankommen.
Warum es sich lohnt,
Watzlawicks Axiome zu kennen
Wenn du die fünf Axiome kennst und berücksichtigst, kommunizierst du klarer, souveräner und erfolgreicher. Du erkennst typische Kommunikationsfallen schneller, stärkst deine sozialen Kompetenzen – und trägst aktiv zu einer angenehmen, produktiven Arbeitsatmosphäre bei.