Angenommen, du planst ein neues Produkt in deinem Unternehmen – etwa eine innovative App oder eine neue Maschine. Traditionell würdest du jede Entwicklungsphase Schritt für Schritt durchführen: erst planen, dann konstruieren, anschließend testen und schließlich produzieren. Das klingt logisch, dauert aber oft sehr lange. Genau hier bietet Simultaneous Engineering (auch „Concurrent Engineering“ genannt) eine intelligente Alternative.
Simultaneous Engineering bedeutet, dass verschiedene Abteilungen und Teams gleichzeitig und nicht nacheinander arbeiten. Während die Produktentwickler noch an den Details feilen, bereiten Produktion, Marketing oder Einkauf bereits ihre Prozesse vor. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch Kosten, da Fehler und Probleme viel früher erkannt und direkt beseitigt werden.
Wie funktioniert
Simultaneous Engineering
im Alltag?
Stell dir vor, dein Unternehmen plant ein neues Elektrofahrrad. Normalerweise würde das Entwicklungsteam zuerst monatelang im Stillen planen, dann die Pläne weitergeben, und erst danach kämen Produktion, Marketing und Vertrieb ins Spiel. Bei Simultaneous Engineering sitzen diese Teams von Beginn an zusammen am Tisch.
Schon während der ersten Design-Phase prüft die Produktion, ob sich die Teile überhaupt kostengünstig herstellen lassen, der Einkauf sichert rechtzeitig Lieferanten, und Marketing prüft sofort, ob das Produkt überhaupt zur Zielgruppe passt. Durch diese frühzeitige und partizipative Zusammenarbeit erkennst du Probleme früher und sparst am Ende nicht nur Zeit, sondern auch Geld.
Welche Vorteile
bietet Simultaneous
Engineering?
- Teams arbeiten parallel statt sequenziell – das spart Zeit.
- Fehler und Konflikte werden früh erkannt und behoben.
- Die Kommunikation zwischen Abteilungen verbessert sich spürbar.
- Die Motivation steigt durch ein gemeinsames Zielverständnis.
Allerdings erfordert Simultaneous Engineering Offenheit, Flexibilität und die Bereitschaft zum ständigen Austausch. Auch Transparenz ist entscheidend: Informationen müssen frühzeitig und klar zwischen den Teams geteilt werden.
Typische
Stolperfallen und
worauf du achten solltest
- Teams arbeiten zwar gleichzeitig, tauschen sich aber nicht ausreichend aus.
- Einzelne Abteilungen verfolgen eigene Interessen statt gemeinsam zu handeln.
- Es fehlt eine zentrale Instanz zur Koordination aller Beteiligten.
Um das zu vermeiden, solltest du auf klare Verantwortlichkeiten, regelmäßige Meetings und verbindliche Kommunikationsregeln achten.
Wann ist
Simultaneous Engineering
besonders sinnvoll?
Simultaneous Engineering eignet sich besonders, wenn:
- Zeitdruck herrscht oder ein schneller Markteintritt entscheidend ist,
- die Anforderungen komplex sind oder sich häufig ändern,
- du Innovationsprojekte mit hohem Wettbewerbsvorteil planst.
Durch eine gut organisierte, simultane Zusammenarbeit schaffst du bessere Produkte in kürzerer Zeit – und stärkst dabei auch die Motivation und Zufriedenheit deiner Mitarbeitenden.