Wie Rückkehrer im
Unternehmen wieder an
Bord kommen
Ob nach einer längeren Krankheit, Elternzeit, einem Sabbatical oder dem Wechsel aus dem Homeoffice zurück ins Büro – wer längere Zeit aus dem Arbeitsalltag raus war, braucht oft mehr als nur einen neuen Kalender. Genau hier setzt Reboarding an: Es beschreibt den strukturierten Wiedereinstieg von Mitarbeitenden ins Unternehmen. Ziel ist es, Sicherheit zu schaffen, Vertrauen wiederherzustellen und die Produktivität möglichst schnell wieder aufzubauen. Im Gegensatz zum Onboarding, bei dem neue Mitarbeitende ins Unternehmen eingeführt werden, richtet sich Reboarding an Rückkehrende, die das Unternehmen zwar kennen, aber den Anschluss an Veränderungen verloren haben könnten. Die Prozesse, Teams oder sogar die Unternehmenskultur können sich in ihrer Abwesenheit stark gewandelt haben. Ein gelungenes Reboarding beginnt nicht erst am ersten Arbeitstag. Schon im Vorfeld sollte geklärt sein, welche Veränderungen es gab, welche Informationen die Rückkehrenden brauchen und wie sie wieder in ihre Rolle finden können. Besonders hilfreich ist dabei ein klarer Plan: Wer übernimmt die Betreuung? Welche Stationen durchlaufen die Rückkehrer? Welche Tools, Systeme oder Prozesse müssen erneut geschult werden?
Wann Reboarding
besonders relevant ist
Besondere Bedeutung hat Reboarding nach strukturellen oder kulturellen Veränderungen im Unternehmen. Wenn etwa neue Tools eingeführt wurden, Teams neu zusammengesetzt sind oder Prozesse sich stark verändert haben, kann eine Rückkehr ohne gezielte Unterstützung zu Frustration oder Überforderung führen. Auch die emotionale Komponente spielt eine Rolle: Rückkehrer haben oft gemischte Gefühle – zwischen Vorfreude, Unsicherheit und dem Wunsch, schnell wieder integriert zu sein.
Beispiel
aus der Praxis
Eine Mitarbeiterin kehrt nach neun Monaten Elternzeit zurück in ein Unternehmen, das in dieser Zeit auf agiles Projektmanagement umgestellt hat. Statt auf gut Glück wieder einzusteigen, erhält sie einen Reboarding-Plan: Gespräche mit den neuen Teamleitenden, Schulungen zu den neuen Tools und ein persönlicher Mentor begleiten die ersten Wochen. So kann sie ihre Rolle nicht nur wieder aufnehmen, sondern mit neuem Selbstbewusstsein ausfüllen.
Warum Reboarding
mehr als Höflichkeit ist
Ein systematisches Reboarding erhöht nicht nur die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden – es spart auch Kosten, indem es Einarbeitungszeiten verkürzt und Fehlstarts vermeidet. Unternehmen, die Rückkehrer wertschätzen, stärken zudem ihre Kultur: Sie zeigen, dass Engagement langfristig gewürdigt wird, und fördern damit Loyalität. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel ist das ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil.