Job Enlargement – zu Deutsch „Arbeitserweiterung“ – beschreibt eine Maßnahme der Arbeitsgestaltung, bei der Mitarbeitenden zusätzliche, gleichwertige Aufgaben übertragen werden. Ziel ist es, den Arbeitsalltag abwechslungsreicher zu gestalten und monotone Routinetätigkeiten zu reduzieren, ohne das Anforderungsniveau deutlich zu erhöhen.
Anders als bei Job Enrichment, wo auch die Verantwortung wächst, bleibt die Komplexität bei Job Enlargement gleich – aber die Vielfalt der Aufgaben steigt.
Warum Unternehmen
auf Job Enlargement setzen
Wiederholende Tätigkeiten führen schnell zu Ermüdung, sinkender Motivation und Fehleranfälligkeit. Job Enlargement setzt genau hier an: Durch zusätzliche Aufgaben aus demselben Qualifikationsbereich wird die Arbeit vielfältiger, ohne zu überfordern. Das kann die Zufriedenheit erhöhen, die Lernkurve fördern und die Zusammenarbeit im Team verbessern.
Auch aus betrieblicher Sicht bietet die Maßnahme Vorteile: Mitarbeitende sind flexibler einsetzbar, Engpässe lassen sich leichter überbrücken, und das Wissen über angrenzende Arbeitsbereiche wächst.
Wie Job
Enlargement in der Praxis funktioniert
Ein typisches Beispiel: Eine Sachbearbeiterin in der Rechnungsprüfung übernimmt zusätzlich die Bearbeitung von Zahlungserinnerungen. Beide Aufgaben gehören zum gleichen Niveau, ergänzen sich aber funktional. Dadurch wird der Arbeitsbereich breiter – und die Tätigkeiten greifbarer und ganzheitlicher.
Wichtig ist, dass die neuen Aufgaben inhaltlich sinnvoll kombiniert werden und nicht als bloße Zusatzbelastung empfunden werden. Entscheidend ist also eine durchdachte und transparente Einführung.
Chancen und
Herausforderungen
Richtig umgesetzt, bringt Job Enlargement spürbare Vorteile: mehr Abwechslung, geringere Fehlerquote und ein gestärktes Teamverständnis. Mitarbeitende erleben ihren Arbeitsbereich als umfassender – was die Identifikation mit der Aufgabe steigern kann.
Aber es gibt auch Grenzen. Wird Job Enlargement nur als Mittel zur Aufgabenerweiterung ohne zusätzliche Ressourcen oder ohne Rücksicht auf Kapazitäten genutzt, entsteht schnell Überlastung. Außerdem sollte die Erweiterung nicht zur bloßen Ausdehnung der Arbeitszeit führen – sondern zur sinnvollen Umgestaltung.
Praxisbeispiel:
Job Enlargement in der Produktion
Ein Fertigungsmitarbeiter, der bislang ausschließlich Bauteile montiert, übernimmt zusätzlich die Verpackung der fertigen Produkte. Die neue Aufgabe liegt auf demselben Qualifikationsniveau, sorgt aber für mehr Abwechslung und ein besseres Verständnis des Gesamtprozesses. Gleichzeitig steigt die Flexibilität des Teams, weil mehr Personen mehrere Aufgaben beherrschen.
Warum
Job Enlargement sinnvoll ist
Job Enlargement ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument der Arbeitsgestaltung. Es hilft, Monotonie zu durchbrechen, Mitarbeitende vielseitiger einzusetzen und das Verständnis für Abläufe zu verbessern. Voraussetzung ist ein kluger Zuschnitt der Aufgaben, transparente Kommunikation und eine Kultur, die Weiterentwicklung unterstützt – auch ohne Hierarchiesprung.