Warum Fortschritt
manchmal eine Schleife ist
Im klassischen Verständnis läuft ein Projekt linear ab: Planen, Umsetzen, Abschließen. Doch in der Realität verläuft Entwicklung oft nicht gradlinig, sondern in Schleifen. Genau hier kommt der Begriff „Iteration“ ins Spiel. Eine Iteration bezeichnet einen bewusst wiederholten Ablauf, der dazu dient, ein Produkt, einen Prozess oder eine Idee schrittweise zu verbessern. Besonders in agilen Arbeitsmethoden ist Iteration zentral – dort wird in kurzen Zyklen gearbeitet, Feedback eingeholt und dann angepasst. Der Vorteil: Statt lange auf ein perfektes Ergebnis hinzuarbeiten, entsteht schrittweise eine Lösung, die sich laufend an neue Erkenntnisse und Anforderungen anpasst. Iteration ist kein Zeichen von Unentschlossenheit, sondern Ausdruck eines modernen, lernorientierten Ansatzes. Sie fördert Anpassungsfähigkeit, reduziert Risiken und ermöglicht echten Fortschritt auf Basis realer Erfahrungen.
Typische Merkmale
einer Iteration
- Sie basiert auf einem klaren Ziel, das in kleinen Schritten angesteuert wird
- Jede Runde liefert ein Zwischenergebnis, das geprüft und weiterentwickelt wird
- Feedback ist integraler Bestandteil – Lernen geschieht unterwegs
- Der Prozess ist wiederholbar, aber nie identisch: Jede Iteration baut auf der vorherigen auf
Wann Iteration
besonders sinnvoll ist
Iterative Vorgehensweisen sind ideal in Situationen mit hoher Unsicherheit oder komplexen Anforderungen. Wenn das Ziel zwar bekannt ist, aber der Weg dorthin noch nicht klar – etwa bei Softwareentwicklung, Innovationsprozessen oder in der Produktgestaltung. Auch im Bildungsbereich, beim Prototyping oder in der Forschung kommen iterative Zyklen regelmäßig zum Einsatz.
Praxisbeispiel:
Iteration im Projektteam
Ein Team entwickelt eine neue App für den Kundenservice. Anstatt das Projekt monatelang hinter verschlossenen Türen zu planen, wird in zweiwöchigen Iterationen gearbeitet:
- In der ersten Runde entsteht ein einfaches Grundgerüst mit Basisfunktionen
- Danach folgt eine Testrunde mit echten Nutzern
- Das Team analysiert das Feedback, passt das Design an und erweitert die Funktionen
- Diese Schleife wird mehrfach durchlaufen, bis das Ergebnis überzeugt
Das Resultat: Ein marktfähiges Produkt, das Schritt für Schritt gemeinsam mit den Anwendern gewachsen ist.
Was Iteration von
sturem Wiederholen
unterscheidet
Im Gegensatz zu blindem Ausprobieren basiert Iteration auf Struktur und Zielorientierung. Jede Schleife bringt Erkenntnisse, die bewusst in die nächste Runde einfließen. Es geht nicht ums „Bessermachen durch Zufall“, sondern um Lernen durch systematisches Tun.