Wie das Fischgräten
Diagramm Ursachen sichtbar macht
Wenn Probleme in Unternehmen auftauchen – sei es eine Qualitätsabweichung, ein Produktionsfehler oder eine Verzögerung im Projekt –, lautet die entscheidende Frage: Was ist die Ursache? Das Ishikawa-Diagramm hilft, genau diese Frage strukturiert zu beantworten. Auch als Fischgräten- oder Ursache-Wirkungs-Diagramm bekannt, wurde es vom japanischen Qualitätsforscher Kaoru Ishikawa entwickelt. Ziel ist es, alle möglichen Ursachen für ein Problem zu identifizieren und systematisch zu analysieren. Das Diagramm visualisiert Zusammenhänge übersichtlich und macht verborgene Einflussfaktoren sichtbar.
Was das Ishikawa
Diagramm auszeichnet
Das Ishikawa-Diagramm sieht aus wie das Skelett eines Fisches: Am „Kopf“ steht das Problem oder die Wirkung. Von der „Wirbelsäule“ gehen mehrere Hauptäste ab – die potenziellen Ursachenkategorien. An diesen Ästen hängen wiederum weitere Verzweigungen, die konkrete Einzelursachen beschreiben. Typische Hauptkategorien im industriellen Umfeld sind: • Mensch • Maschine • Methode • Material • Milieu (Umgebung) • Messung Diese sogenannten „6M“ helfen, mögliche Ursachen umfassend zu betrachten. Je nach Branche oder Problemstellung können die Kategorien angepasst oder erweitert werden.
Wie funktioniert die
Analyse mit dem Diagramm?
Das Ishikawa-Diagramm wird meist in Teams erstellt – etwa in einem Workshop oder einer Problemlösungsrunde. Der Ablauf folgt dabei klaren Schritten:
- Problem definieren – Was ist das zentrale Thema oder der Fehler?
- Hauptursachenkategorien festlegen – z. B. anhand der 6M
- Brainstorming – Für jede Kategorie werden mögliche Ursachen gesammelt
- Visualisierung – Die Ursachen werden strukturiert am Diagramm eingetragen
- Diskussion und Priorisierung – Welche Ursachen sind wahrscheinlich, welche müssen tiefer untersucht werden?
Durch die gemeinsame Analyse entsteht ein umfassendes Bild der Situation – oft auch mit neuen Perspektiven.
Warum das Ishikawa
Diagramm so effektiv ist
Ein großer Vorteil liegt in der Visualisierung: Komplexe Zusammenhänge werden klar dargestellt, sodass Ursachen nicht isoliert betrachtet werden. Die Methode fördert systematisches Denken und vermeidet vorschnelle Schuldzuweisungen. Statt sich auf offensichtliche Erklärungen zu verlassen, wird das Problem ganzheitlich betrachtet. Außerdem fördert das Diagramm die Zusammenarbeit: Alle Beteiligten bringen ihr Wissen ein, was die Akzeptanz für spätere Lösungen erhöht.
Praxisbeispiel:
Qualitätsabweichung
in der Produktion
Ein Unternehmen stellt fest, dass eine Bauteilcharge nicht den Qualitätsstandards entspricht. In einem Teammeeting wird das Ishikawa-Diagramm genutzt. • Unter „Mensch“ wird eine unzureichende Schulung der Bedienkräfte eingetragen. • Bei „Maschine“ stellt sich heraus, dass ein Sensor unregelmäßig misst. • Unter „Methode“ wird eine veraltete Prüfanweisung identifiziert. Am Ende zeigt das Diagramm mehrere Ursachen, die gemeinsam zum Problem geführt haben. Auf dieser Basis können gezielte Maßnahmen entwickelt werden – etwa Nachschulungen, Wartungsintervalle oder Prozessanpassungen.
Warum jedes
Unternehmen vom
Ishikawa-Diagramm profitiert
Ursachen zu erkennen ist der erste Schritt zur nachhaltigen Problemlösung. Das Ishikawa-Diagramm hilft, komplexe Fehlerursachen zu strukturieren, das Team einzubinden und zielgerichtete Maßnahmen abzuleiten. Ob in der Produktion, im Kundenservice oder im Projektmanagement – die Methode lässt sich flexibel anpassen und liefert immer dann einen Mehrwert, wenn etwas nicht rund läuft.