FERTIGSTELLUNGSGRAD
FERTIGSTELLUNGSGRAD
... F wie Bau- und Projektmanagement FERTIGSTELLUNGSGRAD Fortschrittsmessung Projektcontrolling

FERTIGSTELLUNGSGRAD

Der Fertigstellungsgrad beschreibt, wie weit ein Projekt oder eine einzelne Aufgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen ist. Er wird in Prozent angegeben und hilft dabei, den Projektfortschritt messbar zu machen. Besonders im Projektcontrolling ist der Fertigstellungsgrad eine wichtige Kennzahl, um Zeit, Kosten und Leistung in Einklang zu bringen – vor allem in Kombination mit der Earned Value Analyse.

Was genau bedeutet
Fertigstellungsgrad?


Der Fertigstellungsgrad zeigt, wie viel von einer geplanten Leistung tatsächlich schon erbracht wurde. Anders als reine Zeit- oder Kostenvergleiche gibt er einen inhaltlichen Hinweis darauf, was konkret geleistet wurde – nicht nur, wie lange jemand daran gearbeitet hat oder wie viel Geld bereits ausgegeben wurde.

Ein Beispiel: Wenn eine Aufgabe zur Erstellung einer Website zu 60 % abgeschlossen ist, heißt das nicht nur, dass 60 % der Zeit oder des Budgets aufgebraucht sind – sondern dass 60 % der inhaltlichen Leistung erbracht wurde, etwa: Design steht, die Startseite ist programmiert, aber Unterseiten fehlen noch.

Wie wird der
Fertigstellungsgrad
ermittelt?


Es gibt mehrere Methoden, um den Fertigstellungsgrad zu bestimmen. Je nach Projektart und Genauigkeitsanforderung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:

  • Schätzung durch Experten: Projektbeteiligte bewerten subjektiv, wie viel der Arbeit bereits erledigt ist.
  • Anteilsmethode: Geplante Arbeitspakete werden anteilig bewertet, zum Beispiel nach abgeschlossenen Teilaufgaben.
  • 0-50-100-Methode: Eine Aufgabe gilt mit 0 % als gestartet, mit 50 % als begonnen und mit 100 % als abgeschlossen – dazwischen wird nichts gemessen.
  • Quantitative Messung: Wenn Ergebnisse messbar sind, etwa produzierte Stückzahlen, kann der Fertigstellungsgrad präzise ermittelt werden.

Welche Methode eingesetzt wird, hängt davon ab, wie detailliert und zuverlässig der Fortschritt erfasst werden soll – und wie gut die Leistungen messbar sind.

Wofür braucht
man den Fertigstellungsgrad?


Der Fertigstellungsgrad spielt in vielen Bereichen eine Rolle:

  • Projektsteuerung: Fortschritte werden transparent gemacht und mit dem Plan abgeglichen.
  • Controlling: In Verbindung mit Kosten (z. B. Earned Value) lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen.
  • Kommunikation: Stakeholder erhalten eine objektive Einschätzung zum Stand der Dinge.

Ohne klare Fortschrittsbewertung kann es zu Verzerrungen kommen – zum Beispiel, wenn Aufgaben als „fast fertig“ gelten, aber noch viele Details fehlen.

Beispiel
aus der Praxis


Ein Bauunternehmen realisiert ein Wohnhaus mit mehreren Etagen. Für jede Etage wird separat ein Fertigstellungsgrad ermittelt. Die erste Etage ist zu 100 % abgeschlossen, die zweite zu 70 %, die dritte zu 20 %. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Gesamtfortschritt. Diese Information fließt direkt in die Projektsteuerung und Budgetplanung ein – Verzögerungen oder Mehraufwand können so frühzeitig erkannt werden.

Warum du den Fertigstellungsgrad
nicht unterschätzen solltest


Der Fertigstellungsgrad ist mehr als nur eine Zahl – er ist das Bindeglied zwischen Planung und Realität. Wer ihn präzise und regelmäßig erfasst, hat einen klareren Blick auf den Projektverlauf, kann besser kommunizieren und gezielter steuern. Besonders in Kombination mit weiteren Controlling-Methoden wird aus einer Schätzung ein echtes Steuerungsinstrument.

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