Allgemeine Künstliche Intelligenz, abgekürzt AGI (englisch für Artificial General Intelligence), beschreibt eine Form von künstlicher Intelligenz, die in der Lage wäre, die geistigen Fähigkeiten eines Menschen vollständig nachzubilden. Gemeint ist dabei eine KI, die nicht nur in einzelnen, klar definierten Bereichen besonders leistungsfähig ist, sondern breit gefächerte Aufgaben meistern kann – ganz ähnlich wie ein Mensch, der problemlos vom Schreiben eines Briefes zum Backen eines Kuchens wechseln kann. Bisher existieren zwar beeindruckende KI-Systeme, doch diese sogenannten „schwachen“ oder „spezialisierten“ KIs lösen jeweils nur spezifische, vorgegebene Probleme. Eine AGI hingegen könnte selbstständig neue, komplexe Situationen verstehen, flexibel handeln und dabei eigenständig Wissen transferieren. Sie wäre also lernfähig auf menschlichem Niveau, könnte Zusammenhänge herstellen, kreativ sein und sogar abstrakt denken.
Warum gilt
AGI als „Heiliger Gral“ der KI-Forschung?
Die Allgemeine Künstliche Intelligenz wird oft als der „Heilige Gral“ der KI bezeichnet, weil sie das größte und ehrgeizigste Ziel in der KI-Forschung darstellt. Ihre Entwicklung wäre ein Durchbruch, der nicht nur die Technologie selbst, sondern das gesellschaftliche Leben fundamental verändern könnte. Stell dir vor, du hast einen persönlichen Assistenten, der nicht nur einfache Fragen beantwortet oder Termine verwaltet, sondern selbständig deine komplexen Probleme löst, kreative Vorschläge entwickelt, tiefgründige Diskussionen führt und dabei auch noch eigenständig neue Fähigkeiten erlernt, ohne dass man ihm alles Schritt für Schritt beibringen müsste. Genau darin liegt das Potenzial, aber auch die enorme Herausforderung der AGI: Sie verlangt von Forschenden, dass sie nicht nur Algorithmen programmieren, sondern auch die grundlegenden Prinzipien menschlichen Denkens, Lernens und Entscheidens verstehen und technisch nachbilden.
Wie realistisch
ist AGI heute und in naher Zukunft?
Aktuell ist die AGI eher ein ambitioniertes Zukunftsszenario als Realität. Obwohl KI-Systeme wie ChatGPT beeindruckend natürlich wirken, können sie ihre Leistungsfähigkeit nur in bestimmten, engen Anwendungsgebieten entfalten. Wissenschaftler sind deshalb noch weit davon entfernt, eine echte AGI zu erschaffen. Die Meinungen dazu, wann oder ob es überhaupt gelingen wird, gehen stark auseinander. Manche Forschende glauben, dass wir in den kommenden Jahrzehnten eine Form von AGI sehen könnten, während andere bezweifeln, dass es jemals möglich sein wird, sämtliche menschlichen Denkprozesse technisch nachzubilden. Derzeit konzentriert sich die Forschung daher eher auf sogenannte hybride Systeme, die verschiedene spezialisierte KI-Komponenten kombinieren und dadurch zumindest teilweise die Flexibilität und Vielseitigkeit einer zukünftigen AGI simulieren können.
Welche
gesellschaftlichen Auswirkungen hätte AGI?
Sollte eine echte AGI entwickelt werden, würde das tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen – nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich. Viele Arbeiten, die heute Menschen vorbehalten sind, könnten durch eine universell einsetzbare KI übernommen werden. Das könnte zu völlig neuen Berufsbildern führen und uns von Routineaufgaben befreien. Gleichzeitig wirft die AGI fundamentale ethische und soziale Fragen auf: Wer kontrolliert eine solche Technologie, welche Regeln gelten für den Umgang damit, und wie schützen wir uns davor, dass eine extrem leistungsfähige KI nicht falsch eingesetzt wird? Schon jetzt beschäftigen sich daher Ethiker, Politiker und Forschende intensiv mit diesen Fragen, um auf eine Welt vorbereitet zu sein, in der Künstliche Intelligenz möglicherweise ganz selbstverständlich auf Augenhöhe mit uns zusammenlebt.